Duo diagonal bietet furiose Tango-Performance...brillant...geistreich... spannungsvoll...
(Süddeutsche Zeitung)

... witzig, modern und mit großem musikalischen Einfallsreichtum.


... wie es überhaupt in dem Programm „Tango Assemblage“ kreativ zuging: es pfiff und schnarrte, kratzte und brummte. Ausflüge in die klassische Musik, Astor Piazzollas „Libertango“ und Seitensprünge in den Jazz begleitete das Publikum mit Rufen des Entzückens, Beifall und Parketttreten. Großer Schlussapplaus, Zugaben...
(NNN)

Pure Leidenschaft und aufrichtiger Schmerz: Tango kommt beim Duo Diagonal aus tiefstem Herzen und spricht direkt ins Herz der Zuhörer.

voll leidenschaftlicher Dynamik, ein unaufhörlicher Wechsel von Zärtlichkeit und Dramatik, voll strenger Synkopik und doch immer fließend, wiegend, intuitiv.

Jaenicke erweckt voller Leidenschaft selbst einzelne Töne zum Leben, haucht ihnen eine Energie ein, die die Zuhörer ganz einnimmt. Die Gedanken schweifen und doch sind sie präsent bei dieser kunstvollen, aber nie gekünstelten Musik. Ein gefühlvoller, aufwühlender Abend.
(KSZ)

Zarte Töne des Akkordeon und lebendiger Gesang der Violine, Dialoge des Lebens schrauben sich jubelnd in die Höhe. Tango Assemblage, das sind wortlose Gedichte voller Schmerz und Jubel...
Wie schöpferisch exzellente Musiker mit dem Tango-Erbe umgehen können, ließ das Duo diagonal für ein begeistert mitgehendes Publikum einen klangvollen Abend lang nachempfinden...
virtuos und voller Emotionen
(NWZ)

Duo diagonal überraschte und begeisterte ... während der Akkordeonist fast unbeweglich auf seinem Stuhl saß - nur seine Finger waren in ständiger Bewegung, glitten virtuos über die Tasten und Knöpfe - war Jaenicke im wahrsten Sinne der springende Gegenpol. Mit weit ausladenden Schritten tanzte er förmlich vor seinem Begleiter. Dabei zauberte er aus seiner Violine nicht nur Klänge voller Temperament, sondern lotete die Möglichkeiten seines Instruments vom Zupfen über Bogenschläge bis zu Flageoletts exessiv aus.
... ungewöhnliche, reizvolle, teilweise durchaus exzentrische Interpretationen
...geradezu mitreißend
Nicht nur hörens- sondern auch sehenswert!
(Norddeutsche Zeitung)

... Jaenicke entlockte seiner Geige die unterschiedlichsten Nuancen. Das tat er mit einer Experimentierfreudigkeit, die mit viel Beifall belohnt wurde. Den strengen Regeln der Klassik ist er an diesem Punkt entwachsen, stattdessen hat er sich dem Lebensgefühl des Tango auf verblüffende Weise genähert.
Ein Hörgenuss!
(Emder Zeitung)

 

Süddeutsche Zeitung

Stürme der Leidenschaft in totaler Schräglage

Tanzende Geige trifft schluchzendes Akkordeon:
“Duo diagonal“ bietet eine furiose Tango-Performance

 Geige spielen ist gewöhnlich, aber Geige tanzen, das ist schon originell. Hans-Christian Jaenicke begnügte sich nicht damit, lediglich seiner Geige brillante Töne zu entlocken. Als Kontrastprogramm zum introvertierten Teil des „Duo diagonal“, dem Russland-Deutschen aus Tadschikistan Jörg Siegloch am Akkordeon, vollführte Jaenicke während des Spiels allerhand Tanzübungen. Die Bühne im Sudhaus des Seefelder Schlosses ist denn auch glücklicherweise groß genug, um einem solch sportlichen Konzertabend Stand zu halten. Allzu lange hat wohl Jaenicke als klassischer Solist und Konzertmeister im Orchester stillhalten müssen, dass er nun im Tango nicht nur das Tanzbein seiner Zuhörer schwingen lässt. Mit Ausfallschritten in Schräglage folgte er seinem langen Bogenstrich oder ging in die Knie, wenn zarte Töne zu entlocken waren. Siegloch dagegen blieb der ruhende Pol und begnügte sich mit der horizontalen Ausdehnung des Blasebalgs, ließ jedoch keinesfalls Temperament vermissen. Ein seltsames Bild, mit einer Prise Komik, aber auch mit einer ausgelebten Expressivität, die mitriss und begeisterte, zumal das Hamburg-Oldenburger Duo musikalisch eine Menge zu bieten hatte.
In eigenen, gänzlich neuartigen Arrangements gelang es ihm selbst Piazzollas Libertango ein neues Gesicht zu verpassen. Beide Instrumente verschmolzen dabei zu einer einzigen Klangwirkung, die in präziser Homogenität laufend für überraschende Wendungen sorgte. Mit großem Volumen konnte Siegloch ein ganzes Orchester mobilisieren aber auch in kurzen Windstößen eine gnadenlose Rhythmik einhämmern. Dazu sägte dann Jaenicke schmerzhafte Töne, die dem temperamentvollen, leidenschaftlichen Tango etwas nahezu gewaltsames verliehen. Oder er ließ die höchste Saite aufdringlich zwitschern, dem Akkordeon alle Möglichkeiten der klanglichen Kontrastwirkung offen haltend. Dann aber wieder kantable Melodiebögen in klagvoller Schönheit der Violine und mit einem traurig wie sentimental schluchzenden Akkordeon. In Piazzollas „Adios Nonino“, einer Homage an das Vorbild des Meisters, gelang ein grandioses Spiel der Gefühle zwischen resignierter Trauer in unaufgelösten Dissonanzen und einer süsslich-zärtlichen Erinnerung, wobei Überlagerungen der beiden Motive eine überraschend räumliche Wirkung boten. Aber auch zur klassischen Musik suchten die Grenzgänger Verbindungen. Die Verwandschaft zu Brahms und Mendelssohn, Zeitgenossen des Tango, floss in zurückhaltend virtuosen Arrangements ein, die der kammermusikalischen Ausrichtung nun gänzlich Rechnung trugen. Die motivische Arbeit darin fand einen sehr geistreichen Zugriff zum Tango, der in Anlehnung an die französische Musette eine traumhaft lyrische Sentimentalität zauberte - besonders wirkungsvoll in einem Tango wie „La Cumparsita“, mit dessen spannungsvollen Aufbau zwischen dissonanten, rhythmischen Klangfluten und zarter Pizzicato-Melodik.

REINHARD PALMER

 

Göttinger Tageblatt

Experimentelle Konfrontation mit Klischees

„Tango Assemblage“:
Hans-Christian Jaenicke und Jörg Siegloch im Göttinger Apex

 Was für ein Schmelztiegel voll elementarer Leidenschaften sich hinter der beherrschten Fassade so mancher norddeutschen Musikerseele verbergen kann, demonstrierte der Violinist Hans-Christian Jaenicke an der Seite seines Kollegen Jörg Siegloch (Knopfakkordeon) am Freitag im Apex. „Tango Assemblage“ heißt ihr neuestes Programm, in dem beide Musiker die experimentelle Konfrontation mit den gängigen Tango- Klischees wagen und darin für Puristenohren Unerhörtes in den allerschönsten Einklang bringen. Gemeinsam nennen sie sich – nomen est omen – „Duo diagonal“.
Das Schräge, schwer Einzuordnende aber dennoch Stimmige ist für sie Programm. Seit geraumer Zeit gelten sie damit als neuer, besonders temperamentvoll funkelnder Stern am Firmament der deutschen Tangoszene. Mit einer fein dosierten Melange aus Tango Ar-gentino im Vierviertel- und französischer Musette im Dreivierteltakt, slavischer Schwermütigkeit und klassischem Jazz formulieren beide Musiker ihre eigene Auffassung über die großen Themen des zum Kult gewordenen Tanzes.
- Sprühende Lebenslust -
Dabei folgen sie dem lateinamerikanischen „Schicksalskitzel“ im lasziv eleganten Wiegeschritt auf dem Fuß. Von melancholischem Weltschmerz bis zu untergründig brodelnder Leiden-schaftlichkeit, von sprühender Lebenslust bis zu haltloser Hoffnungslosigkeit reicht die Farbpalette des Duos, das Dank virtuoser Spieltechnik und Ausdruckskraft die Zuhörer unmittelbar packte und mit sich nahm. Getragen von der passionierten Hingabe des inbrünstigen Streichers beantwortete Jaenicke dabei die messerscharf pointierten Rhythmen des Akkordeons teils mit dem betörenden Schmelz butterweicher Le-gati, teils mit expressivem Staccato und Pizzikato. Bei solchen akustischen Gemütsschwankungen zwischen Hingabe und Verweigerung konnte es nicht ausbleiben, dass sein Spiel zur tänzerischen Performance und seine Geige zur imaginären Partnerin mutierte. Ganz im Kontrast zu Siegloch, der das dynamische Spektrum seines Akkordeons mit traumwandlerischer Fingerfertigkeit und stoischer Miene voll zur Geltung brachte. Klassiker von Astor Piazzolla fehlten neben „Adios Muchachos“, „Malena“, Para Ti Madre“ oder „Palomita Blanca“ an diesem Abend ebensowenig wie das legendäre Paradestück des europäischen Tangos „Jalousie“.
Im neuen Gewand höchst einfallsreicher Eigenarrangements und gespickt mit reizvollen Improvisations-einlagen innerhalb des perfekt aufeinander abgestimmten Zusammenspiels wurde Altes wie Neues zu einem inspirierenden Ereignis. Die Zuhörer wussten es zu schätzen und dankten mit begeisterten „Bravos“ und langem Applaus.


Ursula Kloyer-Heß

 


Ursula Kloyer-Heß